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Rückenwind für Flugreisende: Preise auf breiter Front im Sinkflug

Inlandsflüge in Deutschland unter Wettbewerbsdruck durch Billiganbieter - Deutlicher Preisrückgang für Flugtarife in der europäischen Economy Class

Frankfurt, 10. Februar 2003: Die wirtschaftliche Flaute macht auch vor den Flugtarifen nicht halt: So sanken die durchschnittlichen Flugpreise ab Westeuropa im vierten Quartal 2002 in allen wichtigen Kategorien. Die aktuelle Ausgabe des American Express European Corporate Travel Index (Quartal 4/2002) zeigt, dass die Tarife für Economy Class Flüge ab Deutschland im Jahresvergleich um 8,3% gesunken sind. In der Business Class reduzierten sich die Tarife ab Deutschland im vierten Quartal um 0,5%, im Jahresvergleich ergab sich eine leichte Steigerung um 1,3%. Insgesamt ist nach Einschätzung von American Express auch für die ersten sechs Monate 2003 mit einem scharfen Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften zu rechnen. Da die Billigfluggesellschaften ihr Streckenangebot weiter ausbauen, werden besonders Economy- und Freizeittarife unter Druck stehen.

Nach einem Jahr mit dramatischen Umwälzungen für die Fluggesellschaften sind die Flugtarife zu weltweiten Zielen ab Europa in 2002 nicht mehr wie in früheren Jahren gestiegen. Im Jahr 2000 waren bei den Business Class Tarifen noch Erhöhungen von 6,3% und im Jahr 2001 von 6,4% zu verzeichnen. 2002 lag die Steigerung bei nur 1,1%. Im vierten Quartal sind die Tarife sogar um 0,7% gefallen.

Economy Class Tarife europaweit gesunken
Deutlich verbilligt haben sich die Economy Class Tarife: Sie fielen im Vergleich zum Vorjahr um 8,3%, wobei sich der Rückgang im vierten Quartal 2002 sogar noch beschleunigte (3,4%). In den vergangenen Jahren waren die Flugpreise in dieser Kategorie um 3,8% (2000) und 7,5% (2001) in die Höhe geschnellt. Die Freizeittarife sind im Quartalsvergleich um 1,4% gesunken. Hier lag der Preisrückgang über das Jahr gesehen bei 2,6%.

Die jüngsten Entwicklungen bei den Flugtarifen kommentiert Kaveh Atrak, General Manager und Vice President für American Express Corporate Travel in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Griechenland: "Das weltweite wirtschaftliche Umfeld macht es den Fluggesellschaften weiterhin schwer, ihre Tickets zu verkaufen. Umstrukturierungen bei den Tarifen haben in den letzten sechs Monaten zu einem deutlichen Rückgang der Economy Class Tarife geführt. Damit haben die traditionellen Fluggesellschaften auf den harten Wettbewerb durch die Billigfluggesellschaften reagiert. Wir erwarten auch in Zukunft eine Fortsetzung dieser Tendenz, da die ,No Frills'-Airlines ihr Streckennetz weiter ausbauen. Die Economy- und Freizeittarife werden dadurch auch künftig unter Druck stehen."

"Darüber hinaus ist ein Rückgang bei den Premium Tarifen zu verzeichnen, da Fluggesellschaften in der Business Class besondere Tarife und Vergünstigungen anbieten, um den Markt anzukurbeln. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es für die Fluggesellschaften besser, ein Business Class Ticket zu einem günstigeren Tarif zu verkaufen, als gar keines an den Mann zu bringen. Wir haben einen sehr offenen Käufermarkt mit deutlichen Einsparmöglichkeiten", ergänzt Atrak.

Billigangebote bringen Marktveränderungen mit sich
Billigfluggesellschaften greifen auch weiterhin in den Kurzstreckenmarkt ein. Als Reaktion auf die günstigen Tarife und die angebotenen Strecken der Billigfluggesellschaften verzeichneten die traditionellen Airlines Tarifrückgänge in der Economy Class auf Strecken innerhalb Westeuropas (-10,2% im Jahresvergleich).

Auf Länderebene standen die Tarife für Inlandsflüge in Deutschland und von Großbritannien zu europäischen Zielen am meisten unter Druck. Angetrieben wurde diese Entwicklung ebenfalls durch das schnelle Heranreifen des Billigflugsektors.

Atrak zu dieser Entwicklung: "Da Unternehmen ihre Mitarbeiter auffordern, bei den Reisekosten zu sparen, können wir ein Umdenken bei Kurzstreckenflügen in Europa feststellen. Fluggesellschaften, die westeuropäische Ziele anfliegen, sehen sich auch auf diesen Strecken einem wachsenden Wettbewerb durch Billigfluggesellschaften gegenüber. Auf innerdeutschen Strecken kommen zudem die Auswirkungen des neuen Preissystems der Bahn zum Tragen."

Auch die durchschnittlichen Economy Class Tarife zu westeuropäischen Zielen wurden vom allgemeinen Marktrückgang beeinflusst. Einige der größten Preisrückgänge bei den Tarifen gab es dabei in folgenden Märkten:

  • Italien: Economy Class Tarife sind im vierten Quartal um 4,1% gesunken. Im Jahresvergleich liegt der Preisrückgang bei 6,9%.
  • Economy Class: +3,5% über das Jahr gesehen (verglichen mit einem Preisanstieg von 7,7% in 2000 und 2001).

Die Freizeittarife nach Nordamerika sind trotz eines deutlichen Rückgangs im vierten Quartal von 17,7% über das Jahr gesehen um 22,0% in die Höhe geschnellt.

"Die Reaktionen auf den Marktdruck im Nachgang des 11. September 2001 und die volatile Wirtschaftslage erfolgten eher langsam. Dennoch hat die Möglichkeit der Fluggesellschaften, über besondere Angebote Kapazitäten anzupassen und die Nachfrage wieder zu beleben, dazu geführt, dass die Tarife zum Jahresende auf einer stabilen Basis waren", kommentiert Atrak.

Dennoch sind die Aussichten in Nordamerika mit Vorsicht zu behandeln. Während die Kosten für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, die Steuern und der Druck auf die Erträge für große Fluggesellschaften weiterhin eine Belastung darstellen, erfolgt auf gewissen Strecken eine Phase der Konsolidierung. Dabei haben einige Fluggesellschaften ihre Flüge zu regionalen Flughäfen in Kontinentaleuropa und Großbritannien eingestellt.

Dazu Atrak: "In diesem Jahr wird der US-Markt weiter unter den harten Geschäftsbedingungen der letzten 15 Monate leiden. Wir erwarten in diesem Jahr sogar noch größeren Druck auf die Fluggesellschaften, da Reisende darauf aus sind, die Reisekosten unter Kontrolle zu halten. Dabei nehmen sie niedrigere Tarife und kostengünstigere Abwicklungsmöglichkeiten über Internet Booking Engines in Anspruch."

Vergleich der Flugtarife für Flüge nach New York

Stadt Tarif in Q3 2002 (in Euro) Tarif in Q4 2002 (in Euro) Q. vs. Q. Tarifentwicklung in %
Dublin 4.689 4.174 -11,0%
Kopenhagen 3.264 3.119 -4,4%
Mailand 4.034 3.900 -3,3
Brüssel 5.863 5.720 -2,5%
Zürich 3.932 3.866 -1,7%
Frankfurt 3.852 3.823 -0,7%
Paris 4.782 4.747 -0,7%
Athen 2.909 2.892 -0,6%
Wien 3.114 3.114 0,0%
Helsinki 3.079 3.107 0,9%
Madrid 3.857 3.932 2,0%
Amsterdam 4.065 4.149 2,1%
London 6.352 6.529 2,8%
Lissabon 3.142 3.368 7,2%


Business Class Tarife für Flüge von westeuropäischen Metropolen nach New York haben sich im vierten Quartal 2002 unterschiedlich entwickelt - ein Bild für die Volatilität des transatlantischen Marktes.

Reisende können in 2003 von deutlichen Kosteneinsparungen profitieren
Entsprechend dem Trend von 2002 hat sich der Flugmarkt zu einem Käufermarkt entwickelt. Die Gründe hierfür liegen in dem immer stärker werdenden Preiskrieg zwischen traditionellen Fluggesellschaften und Billiganbietern. Dadurch entstehen zahlreiche günstige Angebote für Reisende auf Kurzstrecken.

"Wir gehen davon aus, dass die Billigfluggesellschaften langsam in den Geschäftsreisemarkt eingreifen werden. Die cleversten Anbieter werden sich weiter von den Großflughäfen fernhalten und ihre Kunden daran gewöhnen, von kleineren Flughäfen wie Hahn oder Köln/Bonn abzufliegen", erläutert Atrak.

Einige der Billigfluggesellschaften bieten für Geschäftsreisekunden besondere Tarifvereinbarungen an. Diese Tarife sind flexibel und werden auf dem Preisniveau eines Full Economy Tarifs angeboten.

Dynamischer Ansatz im Travel Management
Atrak fasst zusammen: "Der Status quo der Reisebranche hat sich für Geschäftsreisende geändert. Der pro-aktive Travel Manager ist jetzt in einer besseren Position als je zuvor, um mit einem dynamischen Ansatz im Travel Management von zusätzlichen Möglichkeiten für Kosteneinsparungen zu profitieren. Derzeit können Geschäftsreisende auf Langstreckenflügen spürbare Vergünstigungen im Bereich von 40 bis 50% erhalten. Mit dem neuen Phänomen des Wettbewerbs durch die Billiganbieter sind auf Kurzstrecken sogar noch deutlichere Einsparungen möglich."
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