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Weiterhin unruhige Nächte für Hoteliers: Aussichten für 2003 bleiben durchwachsen

Europaweit steigende Zimmerpreise zum Jahresende · Günstige Hotels legen zu

Frankfurt, 10. Februar 2003: Günstig übernachten liegt weiterhin im Trend, allerdings müssen sich Geschäftsreisende und Unternehmen gerade bei Hotels im unteren Preissegment auf höhere Kosten einstellen. Dies geht aus der neuesten Ausgabe des American Express European Corporate Travel Index (ECTI) hervor, der vierteljährlich die Entwicklung der Hotelpreise in Europa analysiert. Im Jahresvergleich stiegen demnach die Übernachtungspreise für Niedrigpreis- und Mittelklassehotels um 7,8% beziehungsweise 6,5%, im Luxussegment lag der Zuwachs nur bei 1,7%. Angesichts des weiterhin starken Wettbewerbs zwischen den Hotels sollten Unternehmen nach Einschätzung von American Express ihre vereinbarten Firmentarife regelmäßig überprüfen, um aktuelle Angebote und Zusatzleistungen nutzen zu können.

In deutschen Hotels sind die Preise im Vergleich vom vierten zum dritten Quartal 2002 durchweg gestiegen. Ein Zimmer in einem Luxushotel kostete 2,1%, im Mittelklassehotel 5,7% und in Hotels niedriger Kategorie sogar 6,2% mehr als im letzten Quartal. Am stärksten schwankten nach wie vor die Preise in Frankfurt am Main: Während dort der Preisverfall im dritten Quartal überdurchschnittlich hoch ausgefallen war (zwischen 7% bei Mittelklassehotels und 16,5% bei Niedrigpreishotels), zogen diesmal die Preise wieder an. So kosteten Luxushotels im vierten Quartal 6,9% und Mittelklassehotels 10,9% mehr. Einen extremen Preisanstieg verzeichneten die Niedrigpreishotels der Main-Metropole: 35,5% mehr müssen Geschäftsreisende für eine Übernachtung bezahlen. In Berlin und München veränderten sich die Hotelpreise hingegen nur moderat (zwischen 0,3% und 4,2%).

Große Unterschiede zwischen den deutschen Städten
Auch im Jahresvergleich (4. Quartal 2001 zu 4. Quartal 2002) stiegen die Übernachtungspreise in Deutschland an - ähnlich wie im europäischen Durchschnitt. Der Anstieg lag zwischen 0,5% bei hochpreisigen und 6,2% bei niedrigpreisigen Hotels. Vor allem München lag hierbei wieder weit vorne: günstige Hotels waren 16,1% teurer, Mittelklassehotels 7,3%. Nur die hochpreisigen Hotels reduzierten ihre Preise um 7,9%. Frankfurt am Main musste - trotz der enormen Steigerung im Quartalsvergleich - im vergangenen Jahr einen Preisverfall für Hotels der niedrigen und höchsten Kategorie hinnehmen (um 2,7% bzw. 3,2%). Damit gehörte Frankfurt am Main wie im dritten Quartal zu den günstigsten unter den großen Geschäftsreisedestinationen Europas.

Durchschnittliche Preise internationaler Hotels (in Euro)

Stadt Untere Kategorie Trend Mittlere Kategorie Trend
Mittl. Preis Q3 Mittl. Preis Q4 Q vs Q J vs J Mittl.vPreis Q3 Mittl. Preis Q4 Q vs Q J vs J
Frankfurt 49 66 35,5% -2,7% 98 108 10,9% 7,7%
Paris 72 76 5,0% 3,3% 115 123 6,6% 11,9%
Madrid 83 84 1,7% 9,8% 118 119 1,2% 11,5%
Brüssel 91 92 0,8% 17,3% 143 145 1,3% 15,7%
Rom 101 109 7,7% 17,7% 125 130 3,8% 5,1%
London 104 104 0,6% 1,0% 197 193 -2,2% -2,4%
Beijing 68 71 5,6% 15,9% 123 131 5,9% -6,9%
Sidney 71 73 1,6% 0,7% 99 100 0,9% 2,7%
Singapur 93 93 0,0% 2,5% 126 128 2,1% -1,4%
New York 90 109 21,9% 3,8% 171 203 18,6% 0,0%
Hongkong 75 83 11,4% -8,6% 127 161 27,5% 3,7%


Licht am Ende des Tunnels?
In allen europäischen Ländern haben die Preise im Jahresvergleich zum Teil stark zugelegt. Die Werte lagen zwischen 0,4% in Spanien und 25,4% in Italien. Als einzige Ausnahme verzeichnete Großbritannien lediglich einen leichten Anstieg der Übernachtungspreise bei Niedrigpreishotels (um 2,5%), während die Preise für Hotels der mittleren und der gehobenen Kategorie um 0,5% bzw. 3,5% abnahmen. "Die Hotels in London, Motor der gesamten britischen Hotelindustrie, bieten heute den Firmenkunden bessere Vereinbarungen an; die Angebote zur späteren Buchung sind eine klare Reaktion auf die gegenwärtigen Belegungsraten. Dies ist auch Ausdruck der Situation in den USA: London war schon immer stärker vom transatlantischen Geschäft abhängig als andere europäische Städte", sagt Kaveh Atrak, General Manager und Vice President für American Corporate Travel in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Griechenland.

Die Hotelpreise in Nordamerika, ein wichtiger Indikator für die globalen Marktaussichten, verzeichneten im vierten Quartal durchweg Steigerungen. Die Übernachtungskosten in Niedrigpreishotels lagen 4,5%, in Mittelklassehotels 5,5% und in Luxushotels 3,2% höher als im dritten Quartal. Damit hat das relativ starke Wachstum die Verluste im vergangenen Jahr ausgeglichen. Im Vergleich zum vierten Quartal 2001 lagen die Steigerungsraten für Hotels der niedrigen Kategorie bei 1,8%, für Mittelklassehotels bei 4,8% und für Luxushotels bei 0,9%.

Atrak dazu: "Während die Hotelpreise wieder steigen, haben es Reisende leichter, Preise zu vergleichen und dadurch zu sparen. Deshalb sollten Firmen ihre ausgehandelten Tarife immer wieder überprüfen, damit auch sie vom verschärften Wettbewerb und günstigen Preisen profitieren."

Durchmischte Aussichten für 2003
"Der Druck auf die europäischen Hotels wird sich eher verstärken - vor allem durch fallende Margen und durchwachsene Aussichten für dieses Jahr", so Atrak. "Auf der anderen Seite kommt das den Unternehmenskunden zugute. Der Markt hat sich zu einem regelrechten Käufermarkt entwickelt. So sind Geschäftsreisende und Travel Manager in der komfortablen Situation, dass sowohl Airlines als auch Hotels sich mit Sonderangeboten und Werbeaktionen um ihre Gunst bemühen."

Vor allem die Kürzung der Budgets für Geschäftsreiseausgaben macht den Hoteliers zu schaffen. Viele Firmen prüfen genau, ob die Reisen überhaupt nötig sind, oder setzen auf billige Übernachtungen. "Teilweise lag die Auslastung unter Durchschnitt. Deshalb sieht man immer mehr Last-Minute-Angebote in wichtigen Geschäftsreisestädten", erläutert Atrak. "Zwar erholt sich die globale Wirtschaft langsam und schafft so wieder Vertrauen, aber die Angst vor Terrorismus und einer Eskalation des Irak-Konflikts beeinträchtigt die Märkte nach wie vor."

Preisentwicklung im Jahresvergleich in wichtigen europäischen Ländern

Preisentwicklung niedrige Kategorie (j vs J) Preisentwicklung mittlere Kategorie (J vs J) Preisentwicklung gehobene Kategorie (J vs J)
Frankreich 5,7% 14,9% 7,7%
Deutschland 6,2% 6,0% 0,5%
Niederlande 23,3% 12,1% 5,9%
Italien 25,4% 12,6% 9,3%
Spanien 11,0% 7,8% 0,4%
Großbritannien 2,5% -0,5% -3,5%


Low-Cost-Hotels auf dem Vormarsch
In den meisten europäischen Geschäftsreisedestinationen stiegen seit dem vierten Quartal 2001 vor allem die Preise für Hotels der niedrigen Kategorie. Außer Frankreich, wo dieser Bereich sich schon seit Jahren gut entwickelt, haben alle Länder in diesem Bereich die Mittelklassehotels überholt. Viele Reisende hoffen auf ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Ähnlich wie die Low-Cost-Carrier im Flugbereich erobern die Niedrigpreishotels dadurch einen immer größeren Marktanteil.

Stadt Untere Kategorie Mittlere Kategorie
Q-Q Y-Y Q-Q Y-Y
Frankreich 3,4% 5,7% 5,1% 14,9%
Deutschland 6,2% 6,2% 5,7% 6,0%
Italien 5,1% 25,4% 4,6% 12,6%
Niederlande 1,2% 23,3% 0,3% 12,1%
Spanien 2,3% 11,0% -1,7% 7,8%
Großbritannien 1,2% 2,5% -1,9% -0,5%
Schweden 12,9% 28,2% 10,3% -3,5%
Belgien 0,8% 17,3% 1,3% 15,7%


"Billige Hotels versuchen immer mehr, Kunden an sich zu binden - als Antwort auf den aktuellen Trend, dass der Preis ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium wird. Die europäischen Hoteliers haben inzwischen viel von ihren amerikanischen Kollegen gelernt und ihre Marketingaktivitäten sowie den Service speziell auf Firmenkunden zugeschnitten", so Atrak.

Das Angebot der Niedrigpreishotels wird in großem Maße von dem der Billigfluglinien beeinflusst. In Deutschland, wo die Low-Cost-Carrier in den vergangenen zwölf Monaten ein enormes Wachstum verzeichnen konnten, stiegen auch die Übernachtungszahlen in den entsprechenden Hotels. Ebenso wie im Flugbereich verschwimmen die Grenzen zwischen Hotels der niedrigen und Hotels der mittleren Kategorie immer mehr. "Das untere Ende des Hotelmarkts geht in die Offensive und bietet zusätzlichen Service, der vor allem den Firmenkunden gefällt", erläutert Atrak. "Dadurch kann auf Dauer auch der Preisunterschied verschwinden."

Flexibel durch schwierige Zeiten
Die gesamte globale Hotelindustrie hatte in 2002 keinen leichten Stand. Gleichzeitig hat sie nach Einschätzung von American Express bewiesen, dass sie auch wirtschaftlich schwierigen Zeiten standhalten kann. Marktsensible Prognosen und stimmige Yield-Management-Strategien haben den Hoteliers geholfen, flexible Preissysteme einzuführen und Kapazitäten besser zu planen. Atrak dazu: "Wenn das internationale Geschäft auf Eis liegt, hilft eine duale Strategie, die Auswirkungen der Krise zu minimieren: Umschalten auf den heimischen Markt und taktische Preisnachlässe."

American Express erwartet für dieses Jahr einen starken Wettbewerb zugunsten von Geschäftsreisenden und Urlaubern. "Hotels werden auf Sonderaktionen setzen. Dazu gehören zusätzliche Fax- und Telefonanschlüsse gegen Aufpreis, anspruchsvolle virtuelle Büros und spezielle Serviceleistungen für weibliche Geschäftsreisende ebenso wie Flughafentransfers, Theater- oder Abendarrangements für Urlauber", sagt Atrak. Preisnachlässe sollten Hotels jedoch nur eine begrenzte Zeit vornehmen - bis die Kundenbindung durch einen verbesserten Service und Angebote wie Flughafentransfers und Nachlässe für gute Geschäftskunden erhöht werden kann.

Einspartipps für Unternehmenskunden
American Express hat einige Tipps für Geschäftsreisende und Unternehmen zusammengestellt, mit denen in der gegenwärtigen Situation die Reisebudgets optimal genutzt werden können:

  • Firmentarife häufiger überprüfen: Angesichts wechselnder Sonderaktionen und Angebote der Hotels sollten Firmentarife häufiger als sonst unter die Lupe genommen und gegebenenfalls nachverhandelt werden.
  • Im Voraus buchen: So kommen Firmen in den Genuss von Frühbucherpreisen, die bis zu 15% niedriger sind als die Normalpreise.
  • Sonderkonditionen aushandeln: Gratisfrühstück, verbilligte Transfers zu Flughafen oder Bahnhof, Rabatte auf das Abendessen und kostenloser Wäscheservice sind Zugeständnisse, die oft leichter auszuhandeln sind als zusätzliche pauschale Nachlässe.
  • Hotelauswahl überprüfen: Falls möglich, auch günstige Hotels bei der Planung berücksichtigen.
  • Auf Nebenkosten achten: Handy statt Hoteltelefon benutzen, Minibarnutzung beschränken etc.

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