Ticketpreise im Sinkflug: Economy Class Flüge ab Deutschland geben teilweise stark nach
Preise bleiben insgesamt unter Druck. Geschäftsreisende profitieren bei Transatlantikflügen von niedrigeren Tarifen
Frankfurt, 2. Juli 2003: Aufgrund des anhaltenden Wettbewerbs durch die Billiganbieter und der unsicheren Wirtschaftslage agieren die Fluggesellschaften weiterhin vorsichtig. Diese Entwicklung zeigt sich in den westeuropäischen Flugtarifen, die im Schnitt im ersten Quartal 2003 weiterhin gefallen oder auf niedrigem Niveau geblieben sind. Eine der spürbarsten Veränderungen gab es bei den Economy Class Tarifen ab Deutschland: Sie reduzierten sich zu weltweiten Zielen insgesamt um 16,6 %, wie die aktuelle Ausgabe des vierteljährlichen American Express European Corporate Travel Index (Quartal 1/2003) belegt.
Die Flugtarife zu Zielen in Westeuropa sind das vierte Quartal in Folge gesunken. Die Preise gingen in der Economy Class um 5,5% zurück, in der Restricted Business Class 3,5% und in der Business Class um 0,9 %. Keine wesentlichen Veränderungen gab es bei den Premium Economy Class Tarifen.
Ungewöhnlich verhaltener Start in das Jahr 2003
Das Jahr 2003 hat für die Fluggesellschaften damit verhalten begonnen. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Tarife im ersten Quartal wider. Alle Tarifkategorien sind auf niedrigem Niveau geblieben oder zurückgegangen, denn die Fluggesellschaften stehen unter Druck. Sie müssen die Preise in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld wettbewerbsfähig halten. "In der Regel sind sonst im ersten Quartal eines Jahres Tarifsteigerungen zu erwarten, da die Airlines ihre Tarifstrukturen nach der traditionell ruhigen Weihnachtszeit anpassen", kommentiert Kaveh Atrak, General Manager und Vice President für American Express Corporate Travel.
Die Betrachtung der einzelnen europäischen Märkte bestätigt dies. In Deutschland haben sich die Tarife nur leicht bewegt - mit Ausnahme der Economy Class, die zu weltweiten Zielen insgesamt um 16,6% nachgab. Der Grund für diesen Preisabsturz liegt darin, dass einige Fluggesellschaften auf Kurzstrecken mit der Einführung neuer Tarifstrukturen auf den Wettbewerb durch die Billiganbieter reagiert haben. Zu westeuropäischen Zielen gab es nur in Frankreich deutliche Steigerungsraten bei den durchschnittlichen Tarifen. Entgegen dem Trend sind sie aufgrund des mangelnden Wettbewerbs in allen Kategorien gestiegen: Economy (2,2 %), Restricted Business (3,3 %), Business (1,6 %).
Durchschnittliche Entwicklung der Flugtarife für alle Destinationen - Q 1 / 2003
| Europäische Märkte | Economy Class | Restricted Business Class | Business Class | First Class |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | -16,6% | 0,6% | -0,1% | 1,2% |
| Frankreich | 2,2% | 1,9% | 1,7% | 1,8% |
| Großbritannien | -2,8% | -4,1% | -0,6% | -1,2% |
| Italien | -1,3% | 2,0% | 0,4% | -0,2% |
| Schweden | -8,9% | 0,7% | -2,3% | -0,3% |
| Spanien | -0,2% | 0,8% | 0,4% | 1,3% |
Einsparmöglichkeiten auf Strecken nach Nordamerika
Die Geschäftsreisenden konnten im ersten Quartal auch von günstigen Tarifen auf transatlantischen Strecken profitieren. So haben sich die Flugpreise von Westeuropa nach Nordamerika nur leicht bewegt. Im Gegensatz zu den sonst um diese Zeit üblichen deutlichen Preissteigerungen haben sie lediglich moderat zugelegt: um 1,9% in der Economy Class, 0,9% in der Business Class und 2,3% in der Restricted Business Class. Die Tarife der Premium Economy Class sind stabil geblieben, wogegen die Preise in der Restricted Premium Economy Class die meisten Vorteile für Geschäftsreisende boten. Sie sind aufgrund saisonaler Schwankungen im ersten Quartal um 20,6% zurückgegangen.
Wenig Tarifänderungen in den europäischen Ländern
Auf Länderebene hat sich bei den Tarifen auf Strecken nach Nordamerika kaum etwas getan. Lediglich die Economy Class Tarife ab Spanien sind aufgrund der Einführung von neuen Sondertarifen um 28,4% gesunken, und die Economy Class Tarife ab Italien verteuerten sich um 14,7 %; dieser Effekt ergab sich durch Preiserhöhungen bei gleichzeitigem Wegfall von besonderen Promotion-Angeboten.
-
Von Deutschland nach Nordamerika:
Economy (0,9 %); Restricted Business (2,2 %); Business (1,4 %) -
Von Frankreich nach Nordamerika:
Economy (8,4 %); Business (2,5 %) -
Von Italien nach Nordamerika:
Economy (14,7 %); Restricted Business (4,6 %); Business (-0,3 %) -
Von Spanien nach Nordamerika:
Economy (-28,4 %); Business (4,1 %) -
Von Schweden nach Nordamerika:
Business Class (-2,1 %) -
Von Großbritannien nach Nordamerika:
Economy (1,8 %); Restricted Business (-0,5 %); Business (0,2 %)
Dazu Kaveh Atrak von American Express: "In der derzeitigen wirtschaftlichen Lage ist der Geschäftsreisemarkt sehr dynamisch, besonders beim Ticketpreis. Wir raten unseren Kunden zu flexiblen Einkaufsstrategien, die auf ihre speziellen Reisebedürfnisse zugeschnitten sind."
Durch den Marktdruck auf die traditionellen Fluggesellschaften haben sich die durchschnittlichen Economy Class Tarife, die für Geschäftsreisende verfügbar sind, verbilligt. Da die Grenzen zwischen den Tarifen der traditionellen Gesellschaften und der Billiganbieter in Europa mehr und mehr verschwimmen, sind deutsche Geschäftsreisende nach Einschätzung von Kaveh Atrak in einer sehr guten Ausgangsposition für Vereinbarungen im ganzen Flugmarkt. Atrak ergänzt: "Ein dynamischer Ansatz im Travel Management steht für einen Wandel in der Einkaufsphilosophie: Weg vom vertraglich festgelegten Einkauf hin zu einem flexibleren ,Spot-Buying'-Ansatz. Reisebuchende sind dadurch in der Lage, ihr Grundgerüst an Reiserichtlinien und Kontrollen beizubehalten und dabei integrierte Suchmaschinen einzusetzen, um die niedrigsten Tarife ausfindig zu machen. Dazu gehören auch die Tarife, die nur auf den Websites der Airlines verfügbar sind. Mit einem dynamischen Ansatz im Travel Management ist es für Unternehmen leichter, Zugang zu den vielen günstigen Möglichkeiten zu bekommen, die verfügbar sind. Das gilt sowohl für Tarifangebote von Billiganbietern als auch von den eher traditionellen Airlines."
Stagnierende Entwicklung bei transatlantischen Tarifen
"Tarife von Westeuropa nach Nordamerika verteuern sich nach einem meist schwachen Jahresende in der Regel im ersten Quartal. Obwohl sich die Situation so auch im letzten Quartal 2002 zeigte, stagnierten die Tarife auf transatlantischen Strecken im ersten Quartal 2003. Die Fluggesellschaften sind auf der Hut, Geschäftsreisende in diesem extremen Käufermarkt nicht an Wettbewerber zu verlieren. Transatlantische Strecken, die traditionell zu den Profitbringern der Airlines gehören, sind unter anhaltendem Druck, da der Geschäftsreisemarkt Anfang 2003 nur langsam wieder in Tritt gekommen ist.
Geschäftliche Treffen sind in London am günstigsten
Die Preisentwicklung bei den westeuropäischen Flugtarifen im ersten Quartal spiegelt sich auch in den durchschnittlichen Kosten pro Reise zu den wichtigen Geschäftsreisezielen wider. Hier sind durchweg Preisrückgänge zu verzeichnen. Im zweiten Quartal in Folge hat sich eine Reise nach London am stärksten verbilligt: 12,4% weniger mussten die Reisenden seit dem 4. Quartal 2002 zahlen. London ist zudem im Vergleich zu Paris, Rom, Madrid und Frankfurt insgesamt die günstigste Metropole für ein geschäftliches Treffen.
Durchschnittliche Kosten pro Reise im europäischen Vergleich (in Euro)*
| Stadt | Q4 2002 | Q1 2003 | Q vs Q Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Frankfurt | 4.566 | 4.434 | -2,7% |
| London | 4.543 | 3.984 | -12,4% |
| Madrid | 5.055 | 4.580 | -9,4% |
| Paris | 4.421 | 4.396 | -0,6% |
| Rom | 5.227 | 4.906 | -6,2% |
- Basis: Vier Personen, die für zwei Tage in diese Stadt reisen, wobei jeweils eine Person aus einer der anderen Städte anreist. Die Analyse umfasst einen Flug in der Business Class, Taxifahrten vom Flughafen zum Stadtzentrum, eine Übernachtung in einem Hotel der gehobenen Klasse und Mahlzeiten.


