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Kontinuierliches Wachstum der Weltwirtschaft in 2006

Frankfurt am Main, 15. Dezember 2005 - Der neue Konjunkturbericht der American Express Bank sagt für 2006 ein weiteres Wachstum der Weltwirtschaft voraus. Eine leichte Abschwächung des Wachstums in den USA wird durch einen schnelleren Anstieg in Europa ausgeglichen. Die Autoren des Berichts identifizieren für diese Entwicklung vier Schlüsselfaktoren: stabile oder sinkende Ölpreise, ein schwächeres Wachstum des US-Eigenheimmarktes, weiterhin hohe Investitionen der Unternehmen und eine zurückhaltende US-Kerninflation.

„2006 sollte ein weiteres gutes Jahr für die Weltwirtschaft werden“, sagt John Calverley, Chefvolkswirt der American Express Bank. „Eine leichte Abschwächung des Wachstums in den USA wird die Inflationsbefürchtungen dort abmildern, während Europa aufholt und die Emerging Markets weiter wachsen. Dies deutet auf weitere Gewinne auf den weltweiten Aktienmärkten hin, da die Profite weiter stark erscheinen, während die Zinsen nur zurückhaltend steigen. Wir erwarten einen leichten Anstieg der Renditen von Staatsanleihen angesichts steigender Zinssätze für kurzfristige Anleihen. Unterdessen erwarten wir nach der Erholung in 2005 einen moderaten Rückgang des US-Dollar.“

John Calverley identifiziert für diese Entwicklung vier Schlüsselfaktoren.

  • Ein wachsendes Angebot und verbesserte Lagerbestände an Öl sollten für stabile oder sinkende Ölpreise sorgen. Diese Entwicklung sollte das weltweite Wachstum antreiben, da die Verbraucher steigende Einkommen für den Konsum von Gütern und Dienstleistungen anstatt für die Bezahlung höherer Energierechnungen nutzen könnten.
  • In den USA könnte eine Abschwächung des Eigenheimmarktes durch höhere Hypothekenzinsen für ein geringeres Konsumwachstum sorgen. Während Immobilienwerte in 2005 noch einen Wertanstieg von zwölf bis vierzehn Prozent verzeichneten, so ist in 2006 wahrscheinlich von nur noch durchschnittlich fünf Prozent auszugehen.
  • Eine zunehmende Kapazitätsauslastung, gesunde Unternehmensbilanzen und das Vertrauen der Unternehmen in die Konjunktur sorgen voraussichtlich für weiterhin hohe Investitionen. Diese wiederum sind wichtig für ein weltweit starkes Wachstum der Bruttoinlandsprodukte. In den USA sind die hohen Investitionen verantwortlich für eine anhaltende Steigerung der Produktivität, die ein wichtiger Faktor für die Dämpfung der Inflation ist.
  • Die Kerninflation in den USA sollte am oberen Ende der vom neuen US-Notenbank-Chef Bernanke bevorzugten Spanne von ein bis zwei Prozent verharren, diese aber nicht überschreiten. Wenn sich das Wachstum des Bruttoinlandproduktes in den USA wie vorausgesagt auf drei Prozent abschwächt, sollte es der US-Notenbank möglich sein, die Erhöhung der Leitzinsen bei 4,75% im März 2006 enden zu lassen.

Für die Anlagemärkte bedeutet dieser Ausblick:

  • Die Anleiherenditen sollten moderat ansteigen. 4,5 bis 5 Prozent für 10-jährige US Staatsanleihen stellen einen guten Wert für langfristige Investoren dar. Für europäische Anleiherenditen wird ein Anstieg auf vier Prozent erwartet.
  • An den Aktienmärkten setzt sich die jüngste Rallye fort. Japan und die Emerging Markets lassen eine überdurchschnittliche Entwicklung erwarten, während der Markt in den USA dahinter zurück bleibt. Die Unternehmen in den Emerging Markets zeigen ein starkes Gewinnwachstum: Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und die Führung der Unternehmen in diesen Ländern haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Die europäischen Märkte müssen der erwarteten Erholung des Euro und der Zinserhöhung Tribut zollen und wachsen langsamer.

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