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Die Zukunft des Reisens – Wo und wie wir morgen Urlaub machen

Erste Tourismusstudie „Menschen unterwegs“ von American Express über Urlaubswünsche, Reiseziele und Zahlungsverhalten der Deutschen

Frankfurt am Main, 23. Februar 2006 – “If we can dream it, we can do it” – Nach dieser Erlebnisphilosophie wird im 21. Jahrhundert fast nichts unmöglich sein: Auf Wolken schweben, durch Wüsten reiten oder sich unter Wasser tummeln. Die ganze Welt liegt dem Reisenden zu Füßen. Wie aber sieht die Bevölkerung die Zukunft des Reisens? Welche Urlaubsformen will sie morgen entdecken und nutzen? Welche Destinationen liegen im Trend und wohin wollen die Deutschen gerne einmal reisen? Welche Zahlungsmittel möchten sie nutzen und worauf legen sie dabei Wert? Im Auftrag von American Express Travelers Cheque & Prepaid Services hat das BAT Freizeit-Forschungsinstitut eine Analyse zur Zukunft des Reisens durchgeführt.

Urlaubswünsche der Zukunft: Zwischen altbekannten und neuen Erfolgsmodellen
Die Vorstellungen der Bundesbürger vom Urlaub ändern sich laufend und fast unbemerkt. Die Ansprüche werden immer höher, die Urlaubsangebote immer inszenierter und perfekter – nicht selten zu Lasten von Bescheidenheit, Ursprünglichkeit und Echtheit. Jedoch hat der Urlaub von morgen auch viel mit alten Gewohnheiten zu tun, an denen die Urlauber festhalten. So bleibt „Urlaub im Grünen“ der Urlaubswunsch Nummer 1: Für zwei von fünf Deutschen (39%) stellt die Suche nach Reisezielen, die eine schöne Natur und eine saubere Landschaft bieten, den Urlaubswunsch der Zukunft dar. Aber auch die „Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer“ bleibt erhalten (31%): Im Liegestuhl faulenzen, bummeln und schön essen gehen - das traditionelle Urlaubsritual verliert seine Faszination nicht.

Als neue Urlaubsform kann sich der „Wohlfühlurlaub“ über Zuwachsraten erfreuen (1998: 20% - 2003: 29% - 2005: 31%). Wellness, also ganzheitliches Wohlbefinden für Körper und Seele, hält als neue Gesundheitswelle Einzug in die Ferienanlagen. Vitalität, Schönheit und Lebensfreude werden gefördert und das Rundum-Wohlgefühl ersetzt schrittweise die Erholung alten Typs. Ebenso wird sich aber auch der „Städtetourismus“ zu einem Zukunftsmarkt (22%) entwickeln. Vor allem Singles (40%), die im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen oftmals über größere zeitliche und finanzielle Ressourcen verfügen und diese auch zu nutzen wissen, können sich für diese Urlaubsform begeistern.

Auf einem etwas niedrigeren Niveau kann sich „Urlaubs-Hopping“ („heute hier, morgen dort“) (14%) behaupten. Das Bedürfnis nach Abwechslung und die Gier nach Neuem machen aus dem stationären Stammurlauber einen unberechenbaren „Ich-bin-gern-mobil“-Urlauber: Weit reisen, oft wechseln und immer nur kurz bleiben. Auch „Studienreisen und Kulturtourismus“ entwickeln sich gleichermaßen zu einem stabilen Marktsegment (14%). Kunst, Kultur und Sehenswürdigkeiten machen einen wesentlichen Teil der Erlebnisqualität des künftigen Urlaubs aus. „Kultur pur“ bzw. „Kultur zum Anfassen“ ist gefragt.

Der „Ferntourismus“ (11%) - Weite, Wärme und Exotik - büßt dagegen an Faszination ein. Wohingegen bei der jüngeren Generation diese Urlaubsform attraktiv bleibt (16-bis 34-Jährigen: 23% - 55plus-Generation: 3%). Auch bei „Abenteuerreisen“ in entfernte Gegenden gibt es Rückgänge (2005: 9% - 1998: 14%). Mal Farmer in Kanada, mal Schafzüchter in Australien, mal Schlittenfahrer bei den Eskimos reizt immer weniger Bundesbürger. Vor allem Frauen (Frauen: 7% - Männer 11%) wollen sich einen solchen Urlaub immer seltener leisten - psychologisch gesehen!

Insgesamt deutet alles darauf hin, dass die traditionellen Urlaubsformen auch in Zukunft nicht aussterben. Dabei zeichnen sich ähnliche Entwicklungen wie im Alltagsbereich ab: Die Erlebniskonsumenten bestimmen zwar die Trends, aber die Normalverbraucher machen immer noch die eigentliche Stammkundschaft aus. Dennoch gilt für den Tourismus: Die Zeit ist ebenso reif für neue Urlaubskonzepte zwischen Wellnessoasen und attraktiven Städten, Studienreisen und Mobilität rund um die Uhr. Touristische Erlebniskonzepte müssen auf Highlights, variable Bausteinprogramme und Nischenmarketing setzen, phantasievoll und perfekt sein, damit die Urlauber ihre Träume verwirklichen können.

Trendziele: Die Bevölkerung ist realistisch geworden.
Wenn es nach den persönlichen Reisevorstellungen der Deutschen Anfang der neunziger Jahre gegangen wäre, dann hätte der Ferntourismus im letzten Jahrzehnt einen wahren Boom erleben müssen. Der „Teutonengrill” fände dann in der Karibik statt und Florida wäre zum Mallorca der Gegenwart geworden. Als einziges europäisches Trendziel wurde damals Griechenland an Platz 7 genannt. In der Gegenwart zeigt sich jedoch ein verändertes Bild. Die Realität hat Einzug gehalten: Unter den Top Ten der von den Befragten als Trendziele eingestuften Urlaubsregionen tauchen Fernreiseziele erst auf den Plätzen 3, 6, 8 und 9 auf. Spanien (43%), das ohnehin bereits beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen landet an erster Stelle, gefolgt von Griechenland (40%). Skandinavien (27%) wird häufiger als Trendziel genannt als Nordamerika (22%) oder die Malediven (21%) und osteuropäische Länder wie Polen, Tschechien oder Ungarn (29%) liegen mehr im Trend als Down Under (28%).

Traumziele: Wohin die Deutschen gerne einmal reisen wollen.
An erste Stelle der persönlichen Traumziele liegen Australien und Neuseeland. Für zwei von fünf Deutschen (41%) bleibt der 5. Kontinent das Wunschland Nummer 1. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen mit Italien (38%) und Griechenland (35%) zwei europäische Destinationen. USA und Kanada (34%) sind für jeden dritten Bundesbürger nach wie vor ein Traumziel. Auf den weiteren Plätzen landen sowohl bekannte Reiseländer wie Skandinavien (34%), Frankreich (31%) und Spanien (31%) als auch exotische Ziele wie die Karibik (31%) und die Südsee (29%).

Zwischen den Generationen lassen sich große Unterschiede feststellen. Während sich bei der jungen Generation bis 34 Jahre auf den ersten Plätzen nur Fernreiseziele finden lassen (Australien, Nordamerika, Karibik, Südsee), bevorzugen die Best Ager europäische Länder (Italien, Skandinavien, Griechenland, Frankreich, Spanien). Die Reisebranche sieht sich mit einem Dilemma konfrontiert: Setzt sie in Zukunft auf die nachwachsende Generation und deren Fernreisewünsche oder aber auf die älteren Reisenden, die über mehr Zeit und Geld verfügen und deren Anteil sich durch die demografische Entwicklung stetig vergrößert?

Ausblick: Träume sind für die Zukunft da.
Reisen bleibt auch in Zukunft die populärste Form des Glücks. Der Urlaub ermöglicht einen Orts-, Szene- und Rollenwechsel, bietet die Chance zeitweilig die Seele baumeln zu lassen und sich zu erholen. Urlaubsmotive wie Sonne, Strand, Meer, Service- und Erlebnisorientierung, Exotik und Erotik, Sicherheit und Kultur sollen das Urlaubsglück abrunden. Hinter allen menschlichen Sehnsüchten verbirgt sich letztlich das Heimweh nach dem verlorenen Paradies. Solange es Menschen auf Erden gibt, wird es immer neue Sehnsüchte (und damit „neue Zielgruppen“ und „neue Märkte“) geben. Aber es ist gut zu wissen, dass manche Sehnsucht den Menschen oft lieber ist als die wirkliche Erfüllung, die mitunter enttäuschend sein kann. Der italienische Lyriker Guido Gozzano fasste es in die Worte: “Ma bella più di tutte l’Isola Non-Trovata”. Meine schönste Insel ist die Nie-Entdeckte ...

Reisevorbereitung: Die Vorfreude ist sprichwörtlich die schönste Freude.
Die „besten Wochen des Jahres“ werden von den Deutschen daher genau geplant und vorbereitet. Als wichtigste Reisevorbereitung werden medizinische Vorkehrungen (82%) eingestuft, gefolgt von Informationen über die Währung (76%) und die Zahlungsmöglichkeiten vor Ort (68%). Der Abschluss diverser Versicherungen spielt für 67% eine große Rolle. Deutlich mehr Frauen als Männer (Frauen: 71% - Männer: 63%) und Paare (72%) als Singles (54%) sehen diese Vorkehrung als besonders wichtig. Bei den Jugendlichen will nur jeder zweite eine zusätzliche Reiseversicherung abschließen.

Zahlungsmittel im Urlaub: Das Bedürfnis nach Sicherheit steigt.
Den Möglichkeiten, auf Reisen Geld auszugeben, sind fast keine Grenzen gesetzt. Zukünftig scheinen sich die Präferenzen zugunsten der Kartenzahlung zu verschieben. Ein Hauptgrund hierfür könnte im erhöhten Bedürfnis der Urlauber nach einem sicheren Zahlungsmittel liegen. Dafür sprechen die Anforderungen, die die Deutschen an Kartenprodukte beim Einsatz auf Reisen stellen: Über drei Viertel der Befragten (77%) legen besonderen Wert auf Sicherheit und Schutz vor Missbrauch. Aber auch der schnelle Kartenersatz bei Verlust oder Diebstahl (61%) oder eine Service-Nummer, die rund um die Uhr im Notfall helfen soll (57%), sind aus Sicht der Deutschen unverzichtbar. Bei der Frage, welches Zahlungsmittel die Deutschen in Zukunft häufiger nutzen wollen, verliert das Bargeld (38%) so auch an Bedeutung - und das in allen Bevölkerungsschichten. Allem voran möchten die Deutschen künftig vermehrt Bankkarten (42%) einsetzen. Knapp ein Drittel (31%) der Befragten plant den häufigeren Gebrauch von Kreditkarten. Vor allem die junge Generation (bis 34 Jahre: 40%) will dieses Zahlungsmittel für sich entdecken. Reiseschecks (8%) sind für definierte Zielgruppen und Destinationen fester Bestandteil der Reisekasse. Und mit modernen Kartenprodukten wird den steigenden Erwartungen in puncto Sicherheit und Service nachgekommen. Hier bietet sich eine große Chance für die noch junge Produktgruppe der Prepaid-Karten (7%).

Über die erste Tourismusstudie „Menschen unterwegs“ von American Express
Im Auftrag von American Express Travelers Cheque & Prepaid Services hat das BAT Freizeit-Forschungsinstitut eine Analyse zur Zukunft des Reisens durchgeführt. In einer Repräsentativbefragung wurden insgesamt 2.044 Personen ab 16 Jahren in Deutschland über ihre Reisewünsche und –ziele für die Zukunft befragt.
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