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American Express sagt für 2007 weltweit steigende Flug- und Hotelpreise voraus

Deutschland: einziges europäisches Land mit Preissenkungen bei Inlandsflügen – Preiserhöhungen im Hotelsektor beruhen auf steigender Mehrwertsteuer

Frankfurt am Main, 14. Dezember 2006 – American Express, weltweit größter Anbieter von Geschäftsreisen, legt mit dem Global Business Travel Forecast seine Prognose zur Entwicklung der Hotel-, Flug- und Mietwagenpreise für das Jahr 2007 vor: Flugtarife werden weltweit zwischen drei und sieben Prozent steigen. Im Hotelsektor ist in den meisten Regionen mit Teuerungsraten von bis zu acht Prozent zu rechnen, in den asiatischen Staaten teilweise sogar mit Preisanstiegen von bis zu 25 Prozent. Während für alle europäischen Länder höhere Preise für Inlands- und Kurzstreckenflüge vorausgesagt werden, sind in Deutschland sogar Preissenkungen möglich. Weltweit nimmt die Zahl der Geschäftsreisen weiter zu. Ein signifikantes Wachstum wird vor allem auf den transpazifischen und transatlantischen Reiserouten erwartet.

Weltweiter Nachfrage-Boom im Geschäftsreisemarkt
Laut dem Global Business Travel Forecast werden 2007 die Preise für Inlands- und Kurzstreckenflüge in der Economy Class weltweit zwischen drei und fünf Prozent anziehen. Bei den Langstreckentarifen in der Business Class werden Steigerungsraten zwischen drei und sieben Prozent erwartet. Diese Tariferhöhungen sind auf eine weltweit größere Nachfrage an Geschäftsreisen zurückzuführen. Vor allem für die transatlantischen und transpazifischen Reiserouten wird ein höheres Aufkommen an Geschäftsreisen vorausgesagt. Preistreibend wirken außerdem Faktoren wie das verbesserte Kapazitätsmanagement und Leistungsangebot der Fluggesellschaften, die erwartete Konsolidierung in der Luftfahrtbranche und die Volatilität des Ölpreises. Gedämpft wird der weltweite Preisanstieg unter anderem durch den sich weiter verschärfenden Wettbewerb – insbesondere durch Billiganbieter auf der Kurzstrecke –, erhöhte Kapazitäten der Fluggesellschaften und die verbesserte Einhaltung der Reiserichtlinien in Unternehmen.

Preisdruck durch Billigflieger
Für Europa geht der Global Travel Forecast von vergleichsweise moderaten Preiserhöhungen aus. Aufgrund des zunehmenden Passagieraufkommens und eines verfeinerten Kapazitätsmanagements der Airlines sollen die Flugtarife bei Inlands- und Kurzstreckenflügen zwischen null und zwei Prozent, bei Langstreckenflügen zwischen zwei und drei Prozent steigen. In Deutschland dürfte sich die Preisentwicklung bei Kurzstrecken- bzw. Inlandsflügen in der Economy Class zwischen -1 und +2 Prozent bewegen. Der leichte Abwärtstrend resultiert aus dem weiter zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Billigfluglinien. In der Business Class können die Preise auf Kurzstrecken aufgrund der starken Nachfrage hingegen um bis zu fünf Prozent anziehen. Bei den Langstreckenflügen bzw. internationalen Flüge in der Business Class liegt Deutschland mit Tariferhöhungen zwischen zwei und vier Prozent knapp über dem europäischen Durchschnitt.

Angesichts steigender Flugkosten wird der Übergang zum Onlinebuchen – in den USA bereits weit fortgeschritten – auch für viele europäische Unternehmen immer selbstverständlicher, denn sie profitieren dabei von geringeren Transaktionskosten und durchschnittlich niedrigeren Flugpreisen. Durch den so genannten ‚visual guilt effect’ wird dem Mitarbeiter der Buchungspreis direkt vor Augen geführt. Dadurch ergeben sich Einsparmöglichkeiten bis zu 20 Prozent beim durchschnittlichen Ticketpreis.

Global steigende Übernachtungstarife
Der internationale Hotelmarkt erweist sich auch 2007 als ein Verkäufermarkt. Der weltweit stark gestiegenen Nachfrage an Hotelübernachtungen steht ein vergleichsweise geringer wachsendes Angebot gegenüber, so dass Belegungsraten und Hotelpreise voraussichtlich in allen Regionen weiter ansteigen werden. Für Europa werden Preiserhöhungen bei Hotels der mittleren Kategorie zwischen zwei und fünf Prozent, in der Premiumkategorie zwischen drei und sechs Prozent erwartet. Uneinheitlich entwickeln sich die Hotelpreise in der Region Asien-Pazifik. Im Mittelklassebereich liegt die vorausgesagte Preisspanne bei null bis 25 Prozent, im Premiumsegment bei -1 bis + 25 Prozent. Diese Schwankungsbreite ist insbesondere auf die extremen Teuerungsraten in Indien zurückzuführen, wo die sprunghaft ansteigenden Lohnkosten potentielle Investoren vom Bau neuer Hotelanlagen abhalten und das Angebot somit nur bedingt mit der Nachfrage Schritt halten kann.

Auch in 2007 setzt sich der Trend zur dynamischen Preisgestaltung fort. Hotels werden ihren Fokus weiter darauf richten, die Preise so anzusetzen, dass sie ein genaues Abbild der Nachfragehöhen und -tiefen des Marktes darstellen.

Deutsche Hotels zurückhaltend bei Preiserhöhungen
Für den deutschen Hotelsektor werden um 3-5 Prozent höhere Übernachtungspreise in der mittleren Preiskategorie und um 4-6 Prozent höhere Tarife im Premiumsegment vorausgesagt. Dieser Preisauftrieb resultiert im Wesentlichen aus der Mehrwertsteuererhöhung. Hoteliers werden von darüber hinausgehenden Preissteigerungen zumeist absehen. Die niedrigsten Preiserhöhungen werden in Spanien, hier vor allem in Madrid und Barcelona, erwartet. In London wird die ohnehin hohe Belegungsrate in 2007 auf bis zu 90 Prozent steigen. Insgesamt sind die Preiserhöhungen der europäischen Hotelbranche im weltweiten Vergleich moderat.

Hohe Preissteigerungen für Mietwagen in den USA
Mietwagenpreise werden 2007 vor allem in Nordamerika anziehen – hier ist mit Preissteigerungen von vier bis sechs Prozent zu rechnen. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die gestiegenen Anschaffungspreise für Automobile, welche die Mietwagenfirmen an ihre Kunden weiter geben. Die Anschaffung neuer Automobile macht etwa 40 Prozent der Gesamtkosten einer Mietwagenfirma aus.


Ausblick auf weitere Länder und Regionen:

Nordamerika
Die zunehmende Marktdurchdringung von Billigfluglinien, der stärkere Fokus auf die Einhaltung von Reiserichtlinien und die insgesamt schwächere Nachfrage dämpfen den Preisauftrieb in den USA etwas ab. Die Fluggesellschaften verlagern ihre Kapazitäten voraussichtlich weiter auf internationale Routen, um den Wettbewerb mit den heimischen Billiganbietern zu umgehen. Im Hotelsektor wird aufgrund steigender Belegungsraten und einer limitierten Angebotserweiterung mit Preiserhöhungen gerechnet. In Metropolen wie New York können die Übernachtungskosten um bis zu 18 Prozent angehoben werden.

Lateinamerika und Karibik
Die bessere Lage der Wirtschaft schlägt sich im Raum Lateinamerika und Karibik in einem vermehrten Flugverkehrsaufkommen nieder. Auch in dieser Region nimmt die Bedeutung von Billigfluglinien zu, so dass der Markt wettbewerbsintensiver wird. Die Hotelindustrie profitiert auch 2007 von der steigenden Reisetätigkeit in dieser Region. Höhere Preise gehen mit einer verbesserten Auslastung einher.

Asien-Pazifik
Der steigende Wettbewerb durch Billigfluglinien dämpft die Teuerungsraten in dieser Region. So sind auf dem indischen Markt bereits sechs Billiganbieter vertreten und für Ende 2006 wird der erste Billiganbieter erwartet, der Langstreckenflüge in sein Programm aufnimmt. Experten gehen davon aus, dass Indien im Jahr 2010 weltweit den größten Low Cost Carrier Markt besitzen wird. Im Hotelsektor ist die Nachfrage sowohl bei Privatreisenden als auch bei Geschäftsreisenden groß. Dementsprechend selbstbewusst gestalten die Hoteliers ihre Preise. In den entwickelten Geschäftsreisemärkten wie Australien, Hongkong, Japan und Singapur übersteigt das Angebot im Luftfahrtbereich die Hotelkapazitäten. Vor allem in den Hauptverkehrszentren wird daher in 2007 mit Preiserhöhungen zu rechnen sein.

Methodik
In diesem Jahr wurde der Global Business Travel Forecast erstmals von der neuen Unternehmenseinheit im Geschäftsbereich Business Travel, Advisory Services, erstellt. American Express Advisory Services bündelt Kompetenzen aus den Bereichen Policy Consulting (Entwicklung und Optimierung der Reiserichtlinien), Strategic Sourcing (Strategisches Einkaufsmanagement von Hotel-, Flug- und Mietwagenleistungen) und Process Management (Gestaltung und Optimierung der geschäftsbezogenen Prozesse), um gezielt integrierte und maßgeschneiderte Lösungen für den Kunden zu errichten.

Die Prognosen basieren auf einer Kombination aus statistischen Vorhersagen, einer genauen Untersuchung der Branchen und der Beobachtung regionaler Wirtschaftsentwicklungen. Hinzu kommen Interviews mit Branchenanalysten von American Express sowie die Auswertung interner Daten. Die tatsächliche Entwicklung der Geschäftsreisepreise kann auf Grund unerwarteter politischer, wirtschaftlicher und/oder Umweltereignisse von den prognostizierten Zahlen abweichen.
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