Ausblick: Lage an den Energiemärkten bleibt angespannt
Frankfurt am Main, 12. Januar 2007 - Clay Hoes, Fondsmanager des American Express Funds Global Energy Equities, geht davon aus, dass die angespannte Lage an den Energiemärkten auf absehbare Zeit anhalten wird. Auffallend ist, dass die Länder im Nahen Osten derzeit die Suche nach Gas stärker vorantreiben als die Suche nach Öl.
Noch nutzen Saudi Arabien, Kuwait und Abu Dhabi ihr Öl auch zur Erzeugung von Strom. In Zukunft soll dieses Öl aber vermehrt durch Erdgas ersetzt werden. Denn Öl ist für den Export weitaus attraktiver als Gas, da es mit einem Aufschlag zu Gas gehandelt wird. Hoes ist der Ansicht, dass diese Länder die Suche nach Gas nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen forcieren. Tatsächlich können sie die Ölförderung weit weniger schnell und einfach erhöhen, als sie es gemeinhin glauben machen.
Ein ausreichendes Angebot an Öl bleibt also Thema für die OPEC. Nicht-OPEC Länder werden die zusätzlichen Produktionskapazitäten aufbringen müssen. Allerdings rechnet Clay Hoes aufgrund der Verstaatlichung der Ölvorkommen in einigen Ländern nicht damit, dass die gestiegene Nachfrage ausreichend befriedigt werden kann. Chinas und Indiens Energiehunger wird weiter steigen.
Bezüglich der Nachfragesituation wird es laut Hoes aber vor allem darauf ankommen, wie die Industrienationen auf die insgesamt gestiegenen Preise für Öl, Gas, Kohle und Uran reagieren. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA zeigte sich zuletzt leicht abgeschwächt und es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Weltwirtschaft auswirken wird. Für die erste Jahreshälfte 2007 rechnet Hoes mit einer Entspannung an den Energiemärkten. Zieht das weltweite Bruttoinlandsprodukt aber im zweiten Halbjahr 2007 an, sollten sich die Energiemärkte wieder nach oben bewegen. Ebenso können Ereignisse wie die Explosion einer Gaspipeline, wie im Dezember 2006 in Nigeria geschehen, oder eine mögliche Kältewelle in Nordamerika und Europa die Energiepreise in die Höhe treiben.


