American Express Trendbarometer 2007: Europas Hotellerie und Gastronomie im Aufwind
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und individualisierter Service als Wettbewerbsvorteil – Kundenbindung über Preiszugeständnisse nimmt ab
Frankfurt, 28. August 2007. Die wirtschaftliche Stimmung in Europas Hotellerie und Gastronomie ist nicht mehr gedrückt, Geiz ist nicht mehr „geil“, die Sorge um ausbleibende Gäste und Insolvenz passé. Angesichts wachsender Gästezahlen und einer höheren Ausgabebereitschaft blickt die überwältigende Mehrheit der Hoteliers und Gastronomen in Deutschland und Europa optimistischer in die Zukunft als noch zwölf Monate zuvor. So das Ergebnis des aktuellen American Express Hospitality Monitor 2007, der die Stimmungen, Trends und Erwartungen internationaler Hotel- und Restaurantmanager der wichtigsten europäischen Tourismusdestinationen abbildet.
Der Wettbewerbsdruck in Hotellerie und Gastronomie hat keineswegs nachgelassen. Beinahe die Hälfte (47 Prozent) aller Hotel- und Restaurantmanager empfindet die direkte Konkurrenz als größte Herausforderung in ihrem Business. 2006 waren dies nur 30 Prozent. Trotz zunehmenden Wettbewerbs ist die Branche aufgrund des stabilen wirtschaftlichen Aufschwungs positiv gestimmt: Allein in Deutschland blicken 76 Prozent aller Hoteliers (2006: 43 Prozent) und 70 Prozent (2006: 37 Prozent) aller Gastronomen optimistisch in die Zukunft. Ganz oben auf der Prioritätenskala europäischer Hotels (82 Prozent) und Restaurants (57 Prozent) steht heute die Neukundengewinnung, gefolgt von dem Ziel, Kosten zu reduzieren (Hotels: 69 Prozent, Restaurants: 54 Prozent).
Klare Profilierung als Chance im
Wettbewerb
„Es zeigt sich, dass Hotellerie und Gastronomie auf eine klare
Differenzierung und Profilierung innerhalb eines übersättigten und
schnelllebigen Marktes setzen“, so Carola Paschola, Vice President bei
American Express. „Galt im Jahr zuvor noch die Umsetzung immer neuer Trends
und Innovationen als adäquates Mittel, um sich von der Konkurrenz zu
unterscheiden, besinnen sich immer mehr Manager auf die Kernkompetenzen
ihres Gewerbes. Das heißt: Der Gast soll bekommen, was er will, wann er es
will und zu einem dem Service angemessenen Preis“, so Paschola.
Gute Leistung für gutes Geld
Was wie selbstverständlich klingt, ist die Reaktion auf eine gewandelte
Wertementalität auf Seiten des Konsumenten. Die Erwartung eines
unvergleichlichen Erlebnisses im Hotel (89 Prozent) oder Restaurants (82
Prozent) gehört nach wie vor zu den größten Herausforderungen an das
Gastgewerbe. Davor aber steht aus Sicht der befragten Manager der Wunsch
nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis (Hotellerie: 93 Prozent,
Gastronomie: 90 Prozent) und einwandfreiem Service (Hotellerie: 92 Prozent,
Gastronomie: 87 Prozent).
Aber: Was ist guter Service? Was ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis? Auf den ersten Blick liegen die Einschätzungen der befragten Manager in Hotellerie und Gastronomie weit auseinander: Während Hoteliers großen Wert legen auf zuvorkommenden (77 Prozent) und freundlichen (71 Prozent) Service, sehen sich hier nur 48 bzw. 55 Prozent der Restaurantmanager gefordert. Übereinstimmung besteht jedoch in der Erfüllung individueller Kundenwünsche: Sowohl Hotels (61 Prozent) als auch Restaurants (56 Prozent) sehen hierin eine der größten zukünftigen Herausforderungen für das Gastgewerbe.
Dies gilt auch in punkto Ausstattung. Insbesondere in der Hotellerie hat sich innerhalb der vergangenen 12 bis 18 Monate eine neue Investitionswelle in Bewegung gesetzt: Entsprechend der rasant gewachsenen Ansprüche einer multimedia-affinen Klientel bieten inzwischen mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Hotels in Europa einen WLAN-Zugang in öffentlichen Bereichen wie der Lobby an. In den Gastzimmern wurde nicht nur das Entertainmentangebot, z.B. die Ausstattung mit Flachbildschirmen, Spielekonsolen sowie das Spielfilmprogramm, erweitert (37 Prozent). 43 Prozent der Manager nahmen auch das Herz des Hotels – das Bett – ins Visier und investierten in Matratzen, Bettdecken und Kissen.
Wirtschaftlicher Optimismus manifestiert
sich in Preiserhöhungen
Die Erwartung steigender Umsätze ist inzwischen so gefestigt, dass die
Branche Preiserhöhungen ins Auge fasst. Die Hälfte der befragten Hotels und
Restaurants (49 Prozent) in Europa hat ihre Preise gegenüber dem Vorjahr
erhöht. Parallel dazu entscheiden sich immer mehr dazu, ihre Preise künftig
regelmäßig anzupassen. Als Preistreiber in Deutschland erwies sich
insbesondere die um drei Prozentpunkte gestiegene Mehrwertsteuer: Immerhin
jeder fünfte Manager hat seine Preise mit Einführung der Mehrwertsteuer im
Januar 2007 erhöht; 55 Prozent reagierten im Laufe der folgenden Monate mit
einer vorsichtigen Anpassung.
Mehr über die Studie:
Das American Express Trendbarometer 2007 ist die zweite internationale
Befragung von Hotel- und Restaurantmanagern. Insgesamt wurden 300
verantwortliche Manager aus dem Hotel- und Restaurantgewerbe in Deutschland,
Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien zu den Trends und
Entwicklungen befragt. In die Studie einbezogen wurden Hotels, deren
Jahresumsatz mindestens 1 Million Euro beträgt und Restaurants, die 200.000
Euro und mehr pro Jahr umsetzen. Durchgeführt wurde die jährliche Studie von
Loudhouse Research im Auftrag von American Express.
Weitere Informationen unter:
http://www.americanexpress.de/presse


